UG gründen

Unternehmergesellschaft (UG) gründen

Die Unternehmergesellschaft UG gilt seit 2009 als Rechtsform in Deutschland und hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Beliebtheit, vor allem bei jungen Gründern, gewonnen. Gründer und Gesellschafter entscheiden sich häufig aufgrund des geringen Stammkapitals von nur einem Euro für die UG.

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UG - auf einen Blick

Wissen kompakt zusammengefasst

  • Die UG ist eine Kapitalgesellschaft in Deutschland und wird häufig als Mini-GmbH, 1-Euro-GmbH oder kleine Schwester der GmbH bezeichnet.
  • Eine Unternehmergesellschaft kann bereits ab einem Gesellschafter gegründet werden.
  • Für die UG gelten die Regelungen des GmbH-Gesetzes (GmbHG).
  • Die UG unterliegt allen Regelungen des Handelsgesetzbuches (HGB).
  • Eine Unternehmergesellschaft ist immer haftungsbeschränkt und muss einen entsprechenden Zusatz auch im Firmennamen tragen.

Was ist eine Unternehmergesellschaft?

Unternehmen | Rechtliche Organisationsform | UG


Die Abkürzung UG steht für Unternehmergesellschaft. Dabei handelt es sich um eine Mini-GmbH, welche umgangssprachlich auch als kleine Schwester der normalen GmbH bezeichnet wird.

  • Besonders wichtig bei einer UG ist immer der Zusatz "haftungsbeschränkt", um Geschäftspartner und Kunden der Firma auf eine eingeschränkte Haftung hinzuweisen.

Die Unternehmergesellschaft zählt nämlich zu den Kapitalgesellschaften, welche den Vorteil der Haftungsbeschränkung auf das eigene Vermögen in der Firma gewährleisten.

  • Demnach sind Unternehmergesellschaften gemäß § 5a GmbHG immer dazu verpflichtet, die Bezeichnung "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)" oder "UG (haftungsbeschränkt)" zu führen.

  • Da die UG als Sonderform der GmbH gilt, müssen sich Gründer an die Regelungen aus dem GmbH-Gesetz (GmbHG) halten.

  • Daher wird die UG auch im Handelsregister eingetragen.

Gründung der UG

Unternehmensgründung | Unternehmergesellschaft | Bestimmungen


Für die Gründung einer Unternehmergesellschaft wird mindestens ein Gesellschafter benötigt:

  • In der Regel wird eine UG von Gesellschaftern gegründet, die nicht über die 25.000 Euro Stammkapital für eine GmbH verfügen.

  • Sobald die UG das Stammkapital für eine GmbH erreicht hat, kann sie auch zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt werden, wodurch z.B. das Image bei Kunden und Geschäftspartnern steigen kann.

Die UG ist auch für junge Gesellschafter spannend, denn auch Minderjährige können mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter und einer Genehmigung des Familiengerichts eine Unternehmergesellschaft gründen.

Gesellschaftsvertrag

Gründer können frei wählen zwischen einem individuell aufgesetztem Gesellschaftsvertrag oder einem Musterprotokoll (standardisierte Vorlage). Das Musterprotokoll spart zwar Zeit und Geld beim Notar ein, bringt aber auch Beschränkungen mit sich:

  • Lediglich ein Gesellschafter ist möglich
  • Die UG darf maximal drei Gesellschafter haben

Sollte von Beginn an klar sein, dass mehrere Geschäftsführer oder weitere Gesellschafter in der UG eingesetzt werden, ist ein rechtssicherer Gesellschaftsvertrag in Zusammenarbeit mit Anwalt und Notar die richtige Wahl.

Buchführung und Bilanzierung

Die UG unterliegt als Kapitalgesellschaft den Regelungen des Handelsgesetzbuches (HGB):

  • Demnach ist sie verpflichtet zur doppelten Buchführung inklusive Bilanz.

Kapital und Kosten

Der relevanteste Unterschied bei der Gründung im Vergleich zur GmbH ist das deutlich niedrigere Stammkapital:

  • Während die GmbH-Gründung ein Mindestkapital von 25.000 Euro erfordert, reicht bei der Mini-GmbH bereits 1 Euro aus, um zu gründen.
  • Deshalb wird die UG auch gerne als 1-Euro-GmbH bezeichnet.

Wissenswert: Die UG wurde in Deutschland erst 2009 ins Leben gerufen. Vorreiter war die "Limited", eine Rechtsform aus Großbritannien, für deren Gründung ebenfalls lediglich 1 Pfund benötigt wird.


Weitere Gründungskosten der UG

Über das niedrige Stammkapital hinaus fallen jedoch noch weitere Kosten für die Gründer an:

  • Anwaltskosten für Erstellung oder Überprüfung des Gesellschaftsvertrags

  • Notarkosten für die notarielle Beurkundung und die Anmeldung beim Handelsregister

  • Amtsgebühren für Gewerbeamt und Handelsregister

Die Gesamtkosten für die Gründung einer UG liegen in der Regel bei zwischen 1000 und 2000 Euro.

Zu beachten: Bei dem geringen Mindestkapital sollten die Gründer jedoch bedenken, dass sich das tatsächliche Gründungskapital am Bedarf der Gesellschaft orientieren sollte:

  • Bei einem besonders geringen Startkapital ist schließlich auch die Gefahr hoch, bei gewissen Problemsituationen direkt in die Insolvenz zu geraten.

UG & Haftung

Unternehmergesellschaft | Bestimmungen


Die Unternehmergesellschaft ist haftungsbeschränkt. Das bedeutet, dass Geschäftsführer und weitere Gesellschafter einer UG ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen haften und nicht mit ihrem Privatvermögen. Damit gilt die Haftungsbeschränkung als großer Vorteil gegenüber anderen Gesellschaftsformen in Deutschland.

Es gibt allerdings bestimmte Ausnahmefälle, in denen die Regel der Haftungsbeschränkung nicht greift. Beispiele dafür sind fahrlässige Handlungen eines Geschäftsführers oder Gesellschafters, die das Unternehmen negativ betreffen.

UG & Steuern

Unternehmergesellschaft | Steuerrecht


Die UG gilt wie auch ihre große Schwester, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, als Kapitalgesellschaft. Unternehmen dieser Rechtsform müssen die sogenannte Körperschaftssteuer quartalsweise an das zuständige Finanzamt abführen.

Darüber hinaus werden folgende Steuern fällig:

  • Gewerbesteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Lohnsteuer, sofern Mitarbeiter in der UG beschäftigt werden
  • Kapitalertragssteuer, sofern Gewinne ausgeschüttet werden

Gewinne, die mit der Kapitalertragssteuer versteuert werden, dürfen in einer UG übrigens niemals komplett ausgeschüttet werden:

  • Ein Viertel des Jahresüberschusses muss gemäß § 5a Abs. 3 GmbHG als Rücklage angespart werden, bis das Mindeststammkapital für eine GmbH erreicht ist.

  • Diese Rücklage darf ausschließlich für Verlustausgleiche aus dem vorherigen Geschäftsjahr oder für Stammkapitalerhöhungen verwendet werden.

Vor- und Nachteile der UG

Unternehmergesellschaft | Aspekte der Rechtsform


Die Gründung der UG oder Mini-GmbH ist nicht nur vorteilhaft für Gründer, sondern kann auch gewisse Nachteile mit sich bringen.

UG: Vorteile auf einen Blick

  • Eine UG ist sehr flexibel und kann von Gründern für diverse Geschäftsmodelle genutzt werden
  • Gesellschafter können gleichzeitig Geschäftsführer sein
  • Sehr niedriges Mindestkapital (1 Euro)
  • Geringe Gründungskosten
  • Bereits eine einzelne Person kann eine Unternehmergesellschaft gründen (Ein-Personen-UG)
  • Die UG kann in eine reguläre GmbH umgewandelt werden, sobald 25.000 Euro Stammkapital erreicht sind

UG: Nachteile auf einen Blick

  • Ansparpflicht gemäß § 5a Abs. 3 GmbHG bis das Mindeststammkapital für eine GmbH (25.000 Euro) erreicht ist
  • Firmenname muss immer mit dem Zusatz "haftungsbeschränkt" auftreten
  • Geringeres Image bei Kunden oder Partnern als z.B. eine GmbH
  • Niedrige Kreditwürdigkeit durch geringes Stammkapital und Haftungsbeschränkung
  • Hohe Insolvenzgefahr durch niedriges Stammkapital
  • Pflicht zur Bilanzerstellung und Buchführung
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Fragen und Antworten

Eine UG wird in erster Linie aufgrund ihrer Vorteile für die Gesellschafter gegründet. Diese haften nämlich nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern ausschließlich mit dem Vermögen der Gesellschaft. Bei einer Insolvenz bleibt das private Konto der Gründer also außer Gefahr.

Deswegen gilt die Unternehmergesellschaft als besonders risikoarm für Gründer, die sich mit dem eigenen Unternehmen selbstständig machen möchten.

Gerade junge Gründer entscheiden sich häufig für eine UG. Grund dafür ist unter anderem auch das erforderliche 1-Euro-Stammkapital.

Die Gründung einer UG lohnt sich vor allem für Personen, die zum Zeitpunkt der Gründung nur über ein niedriges Stammkapital verfügen, langfristig dennoch planen, eine GmbH zu gründen. Während für die GmbH ein Stammkapital von 25.000 Euro benötigt wird, müssen Gründer einer UG lediglich einen Euro als Mindestkapital vorweisen.

Sobald die 25.000 Euro erreicht sind, kann die UG auf Wunsch in eine GmbH umgewandelt werden.

Quellen